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Elektromobilität: öfters mal gut essen gehen

Mit einem Elektroauto zu fahren hat interessante Nebeneffekte. Zum Beispiel, dass die anfängliche Reichweitenangst (Werden wir unser Ziel erreichen? Bleiben wir unterwegs liegen?) relativ bald einer Kostenangst weicht (Das eigentliche, mit Produkten der Erdölindustrie zu betreibende, Erstauto wird kaum mehr betankt). Oder dass man öfter mal gut essen geht.

Fährt man nämlich weitere Strecken, muss man, und das wird der Elektromobilität gerne vorgeworfen, eine Ladepause einlegen. Da man das planen kann, zieht man der Ladestation in der Parkplatzwüste vielleicht eher ein gutes Restaurant mit Lademöglichkeit vor. Das passt für eine Mittagspause ganz gut und die Ladezeit ist gut investiert.

Elektromobilität: Elektroauto beim Laden
Elektroauto beim Laden

Auch ist man öfters abseits der Autobahnen unterwegs, da man kürzere Routen den schnelleren vorzieht. Das führt zu einem bewussteren Erleben der Landschaft, mehr geniessen und weniger düsen. Und die Ladestopps werden, wie schon erwähnt, dort eingelegt, wo es etwas zu sehen oder etwas gutes zu essen gibt.

Hier liegt eine Chance, welcher sich die Tourismusbranche durchaus bewusst sein sollte: mag sein, dass Elektroautos auf unseren Strassen noch Seltenheitswert haben, aber noch besteht die Chance, sich in diesem jungen Markt gut zu positionieren. Warum sich von der Konkurrenz nicht durch das Angebot einer Lademöglichkeit für Elektroautos absetzen? Die Kosten sind gering und der Effekt ist wahrscheinlich höher als der von so mancher Marketingaktion. Es wäre aber ein Fehler, Elektromobilität als neue Einnahmequelle misszuverstehen. Um eine Analogie zum Internetzugang per WLAN zu ziehen: welcher Gast ist heute noch dazu bereit, dafür extra zu bezahlen?

Und so könnte in nicht allzu ferner Zukunft eine ganz neue Art des Reisens entstehen: ohne Hast und Zeitdruck durch die Landschaft gondeln, von einem Ziel zum nächsten und überall Ladestrom inklusive. Und ab und zu ein gutes Restaurant entdecken. Wäre das nicht viel besser, als am Flughafen am Gepäckförderband rumzustehen?