PUE und DCiE

Die „Power Usage Effectiveness“ (PUE) und die „Data center infrastructure efficiency“ (DCiE) sind die gebräuchlichsten Messwerte zur Berechnung der Energieeffizienz von Rechenzentren. Beide setzen den Gesamtenergieverbrauch eines Rechenzentrums mit dem Verbrauch der IT-Komponenten in Beziehung. Der PUE-Wert berechnet sich als:

PUE = Gesamtenergieverbrauch / IT−Verbrauch

Der DCiE-Wert ist definiert als der Kehrwert vom PUE also:

DCiE = IT Equipment Power / Total Facility Power

PUE-Werte kleiner als 1,5 (DCiE ca. 70%) gelten als sehr effizient, PUE-Werte größer als 2 (DCiE 50%) gelten als ineffizient.

Der PUE, der ursprünglich vom „Green Grid“ (http://www.thegreengrid.org/) initiiert wurde, hat sich rasch als relativ einfache Maßzahl etabliert, er ist aber durchaus auch Gegenstand von Kritik: Das Ergebnis der Berechnung des PUE hängt stark von der Art der Messung ab, welche von Rechenzentrum zu Rechenzentrum sehr unterschiedlich sein kann. So ist das Ergebnis der PUE-Messung zum Beispiel abhängig davon, was alles in den Gesamtverbrauch eingerechnet wird, insbesondere dann, wenn sich beispielsweise die Kosten für die Infrastruktur eines Rechenzentrumsbetriebes nicht klar vom Rest des Betriebes trennen lassen.

Der PUE-Wert eignet sich daher primär nicht dazu, die Energieeffizienz verschiedener Rechenzentren miteinander zu vergleichen. Er eignet sich aber sehr wohl zum kontinuierlichen Verfolgen der Effizienz eines Rechenzentrums und zur Dokumentation des Fortschritts – insbesondere dann, wenn die jeweiligen Messungen unter gleichen Bedingungen erfolgen.

Wird der PUE-Wert zum Vergleich der Effizienz von Rechenzentren herangezogen, besteht die Gefahr des „Greenwashing“, das heisst des „Schönrechnens“ des PUE-Wertes. Immerhin werben Firmen inzwischen gerne mit besonders niedrigen PUEs (z.B. Google, Microsoft, etc.), und PUE-Werte werden aus Imagegründen publiziert um das „grüne“ Image des jeweiligen Unternehmens aufzupolieren.

Um deser Kritik zu begegnen gibt es Bestrebungen die Berechnung des PUEs zu standardisieren. Zum Beispiel gibt es eine von einem Konsortium aus GreenGrid, ASHRAE, EnergyStar, Uptime Institute und anderen verfasste Empfehlung über die Messung und Veröffentlichung des PUEs [Mathew, 2011], aber wie weit diese schon in die Praxis eingeflossen ist, ist dem Autor nicht bekannt. Abgesehen davon gibt es die Möglichkeit, die eigenen Messergebnisse beim Green Grid einzureichen und diese zertifizieren zu lassen. Das hat den Vorteil, dass die mit einem Green-Grid Zertifikat veröffentlichten PUEs eine höhere Glaubwürdigkeit haben.

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