Initiativen und Förderprogramme

Da die Wichtigkeit der Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz nun schon seit längerer Zeit im öffentlichen Bewusstsein verankert ist und auch von politischer Seite auf den verschiedenen Ebenen (Landes-, Bundes- und auch EU-Ebene) eine wichtige Agenda ist, werden vermehrt auch Programme und Förderungen angeboten, welche einerseits das Bewusstsein in diese Richtung bilden sollen, andererseits auch konkret Unternehmen bei der Verwirklichung von Vorhaben, die der Nachhaltigkeit dienen, unterstützen sollen.
Beispielhaft einige Förderprogramme mit einem Schwerpunkt auf Österreich:

  • ÖkoBusinessPlan Wien: Dieses Förderprogramm der Stadt Wien zum Thema Umweltschutz in Betrieben können Unternehmen in Wien in Anspruch nehmen. Als Einstieg wird mit dem sogenannten „ÖkoBusiness Check“ interessierten Unternehmen eine Basisanalyse mit einer Abschätzung der Einsparungspotenziale angeboten. Anschließend daran können Unternehmen spezifische Beratungsangebote zu Themen wie Umweltzeichen, ISO 14001, EMAS und Energieeffizienz wahrnehmen – auch eine spezifische Green-IT Beratung wird angeboten. Die Kosten für eine individuelle Beratung im Umfang von 24 Stunden werden übernommen.
  • Die Wirtschaftsinitiative Nachhaltigkeit ist eine Gemeinschaftsinitiative des Landes Steiermark, der Wirtschaftskammer und der steirischen Wirtschaftsförderung. Gefördert werden Beratungen in den Bereichen nachhaltige Unternehmensführung, Umweltmanagementsysteme und Umwelt- und Klimaschutz. Zum Thema Umwelt- und Klimaschutz werden spezifische Green-IT Beratungen angeboten, wobei 70% der Beratungskosten bis zu einem Umfang von 1000€ gefördert werden.
  • kliamaktiv: Dieses bundesweite Programm des österreichischen Lebensministeriums dient der Förderung von Alternativenergien und der Verringerung des CO2-Ausstoßes, ist also nicht IT-spezifisch. Gefördert sind Beratung, Umsetzung und Investitionen zur Erreichung der Sparziele.
    Abgesehen von Beratungen und finanziellen Förderungen bietet diese Plattform allerdings die interessante Möglichkeit, zu den verschiedenen Nachhaltigkeitsthemen Experten und Partnerunternehmen auf interaktiven Karten zu finden. Auf der sogenannten Profi-Landkarte besteht sogar die Möglichkeit, nach Green-IT Experten in Österreich zu suchen. Allerdings lieferte die Suche zum Zeitpunkt der Abfrage nur zwei Ergebnisse – beide in Vorarlberg. Zur Eintragung in dieser Profi-Landkarte ist es notwendig zum sogenannten „klima:aktiv Kompetenzpartner“ zu werden, das heißt, dass entsprechende Qualifikationen nachgewiesen werden müssen [klimaaktiv.at, 2012]. Eine Erneuerung dieser Partnerschaft ist prinzipiell alle drei Jahre notwendig.
  • Mit dem Förderprogramm IT Goes Green des deutschen Bundesumweltministeriums werden Pionierprojekte mit einem Schwerpunkt auf kleinen und mittleren Betrieben gefördert. Darüber hinaus investiert die deutsche Bundesregierung in Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz der IT in den Bundesverwaltungen, um so mit gutem Beispiel voranzugehen.
  • Auf EU-Ebene gibt es mit ICT for Sustainable Growth der europäischen Kommission eine Initiative zur „Mobilisierung der Kommunikationstechnologien zur Unterstützung des Übergangs zu einer energieeffizienten, kohlenstoffarmen Wirtschaft“. Dabei geht es sowohl um den umweltgerechten Einsatz der IT, als auch darum, das Potenzial der Green IT im Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft wahrzunehmen. Schwerpunkte der Initiative sind:
    • Steigerung der Energieeffizienz der IT
    • Beiträge der IT zu „nachhaltigen Städten“
    • Beiträge der IT zur Energieeffizienz bei Gebäuden
    • Erforschung der Möglichkeiten von „Smart Grids“
    • Anwendung von IT im Wassermanagement
    • Möglichkeiten der IT-Unterstützung beim Management des
      Klimawandels

    Zu diesen Themen werden sowohl Studien und Programme durchgeführt als auch Projekte gefördert.

    Wie angesprochen übernehmen in Deutschland öffentliche Institutionen zunehmend die Funktion, mit Leuchtturmprojekten als Vorbild für die übrige Wirtschaft zu fungieren und die Verbreitung von nachhaltiger IT damit zu fördern. In Österreich sind dem Autor Leuchtturmprojekte nur aus anderen Bereichen wie bei den Energieregionen oder bei Elektromobilität bekannt – im Bereich der Green IT scheinen solche Projekte hierzulande bis jetzt weniger gebräuchlich zu sein.

    Oft besteht das Problem bei diesen Initiativen und Förderprogrammen nicht darin, dass es zu wenig davon gibt, sondern dass diese zu wenig bekannt sind. Förderungen bleiben oft ungenutzt, da vielen Firmen das Bewusstsein für die Einsparungsmöglichkeiten fehlt [Pössneck, 2012]. Abgesehen davon und wie auch an den beispielhaft genannten Initiativen und Programmen erkennbar ist, werden diese in den konkurrierenden Wirtschaftsräumen von verschiedensten Stellen angeboten – in Österreich ist die Situation dahingehend in jedem Bundesland anders. Es obliegt den Unternehmen, die für sie relevanten Programme und Förderungen zu identifizieren, was bedingt, dass die Motivation, Nachhaltigkeit in der IT (und darüber hinaus) anzustreben, aus dem Unternehmen selbst kommen muss.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.