Holistische Ansätze zur Bewertung des Lebenszyklus

Bei holistischen Ansätzen, wie sie in [Ranganathan und Chang, 2011] besprochen werden, wird die Auffassung vertreten, dass es notwendig ist, alle Ebenen eines Systems zu betrachten, von der Chipebene bis zur Rechenzentrumsebene, und alle Aspekte der IT, von der Hardware zur Software. Der Energiebedarf muss von der Nachfrageseite (Energieverbrauch während des Betriebes) wie auch von der Angebotsseite (Energie zur Erstellung eines Systems) betrachtet werden.

Es ist also notwendig, die Nachhaltigkeit eines Systems über den gesamten Lebenszyklus hinweg zu beurteilen. Dazu kann man das thermodynamische Maß des Exergieverbrauches heranziehen. Es kann nämlich gezeigt werden, dass Optimierungen des Exergieverbrauches über den Lebenszyklus hinweg relativ gut den Optimierungen basierend auf Kriterien des Umweltschutzes und der Nachhaltigkeit, wie zum Beispiel Emissionen und Verschmutzung, entsprechen [A. Shah, 2009].

In [Chang u.a., 2010] wurde der Exergieverbrauch aufgeteilt in

  • „Embedded Exergy“ (Zur Erzeugung eines Systems aufgewendete Exergie),
  • „Operational Exergy“ (der Exergieverbrauch während des Betriebes) und
  • Exergie, die zum Betrieb der Infrastruktur (Kühlung, Beleuchtung etc.) aufgewendet wird,
  • um den Exergieverbrauch über den gesamten Lebenszyklus hinweg zu modellieren. Mit dieser Methode kann unter anderem gezeigt werden, dass die Optimierung eines IT-Systems auf eine möglichst hohe Energieeffizienz während der Betriebsphase nicht notwendigerweise zu einer Optimierung des Exergieverbrauches über den gesamten Lebenszyklus hinweg führt.

    Im Sinne eines holistischen Ansatzes reicht es also nicht, die Nachhaltigkeit eines IT-Systems nur in Bezug auf die Betriebsphase zu optimieren, sondern es muss der Lebenszyklus aller beteiligten Komponenten und der damit einhergehende Exergieverbrauch in die Bewertung einbezogen werden.

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