Hardwarelebenszyklus – Erzeugung

Die erste Phase im Hardwarelebenszyklus, die Phase der Erzeugung, wird meist wenig beachtet, denn der Ressourcenaufwand bei der Produktion (und die Produktionsbedingungen ganz allgemein) sind dem Konsumenten nur schwer zugänglich zu machen. Man kennt möglicherweise das Produktionsland des Gerätes (und wahrscheinlich nicht das der enthaltenen Komponenten und Grundstoffe), möglicherweise geben Zertifikate Auskunft darüber, dass das Produkt frei von bestimmten Gefahrenstoffen ist, und man kennt den Preis des Produktes. Aus diesem lassen sich aber nur schwerlich Rückschlüsse auf den „Wert“ eines Produktes im Sinne der dafür eingesetzten Ressourcen ziehen.

Der Rohstoffeinsatz zur Erzeugung von IT-Hardware ist aber alles andere als unerheblich: Eine Studie aus dem Jahr 2003 [Kuehr und Williama, 2003] kommt beispielsweise zu dem Ergebnis, dass zur Erzeugung eines PCs mit Röhrenmonitor 22 kg unterschiedlicher Chemikalien, 240 kg fossile Brennstoffe und 1500 kg Wasser benötigt werden. Das sind also insgesamt 1,8 Tonnen Rohstoffe. Auch wenn man die technischen Entwicklungen der letzten Jahren berücksichtigt (Röhrenmonitore finden beispielsweise kaum mehr Verwendung), kann man doch davon ausgehen, dass der Rohstoffverbrauch größenordnungsmäßig gleich geblieben ist.

Keine Beachtung findet hier allerdings die Tatsache, dass bei der Produktion eine Reihe von Chemikalien benötigt werden, welche ihrerseits in der Erzeugung einen hohen Ressourcenverbrauch aufweisen. Außerdem erfordert die Produktion von elektronischen Bauelementen oft die Verwendung der sogenannten „Seltenen Erden“, bei deren Abbau es auch zu hohen Umweltbelastungen und zu großem Materialeinsatz kommt [OekoIns2011, 2011]. Dementsprechend gibt es andere Studien, die von „mindestens 16 bis 19 Tonnen an Ressourcenverbrauch pro PC“ ausgehen [Radtke und Siegel, 2000], der Energieverbrauch zur Erzeugung eines PCs wird auf 5300 kWh geschätzt [Radtke und Siegel, 2000]. Wenn man von einer durchschnittlichen Nutzungsdauer beziehungsweise Abschreibungsdauer von drei bis vier Jahren für IT-Komponenten ausgeht, wird ersichtlich, wie groß der Ressourcenverbrauch und dementsprechend auch der (negative) Einfluss auf die Umwelt ist. Im Vergleich dazu nimmt sich dann der Energieverbrauch während der Nutzungsdauer fast schon bescheiden aus.

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