Hardwarelebenszyklus – Entsorgung

Elektronikschrott oder „E-Waste“ macht ungefähr 5% des Müllaufkommens in den USA aus – und das bei einer jährlichen Steigerungsrate von 3 bis 5 Prozent. Weltweit fielen im Jahr 2006 ca. acht Milliarden Kilogramm Elektronikschrott an, von welchem nur 2% beziehungsweise 161 Millionen Kilogramm wiederverwertet wurde. IT-Komponenten enthalten viele gesundheitsschädliche Substanzen (beispielsweise Brom, Cadmium, Blei, PCB), welche bei nicht ordnungsgemäßer Entsorgung in die Umwelt gelangen. Dementsprechend sind Computer und IT-Komponenten für 40% des Bleis und 70% der Schwermetalle (z.B. Cadmium, Quecksilber) im Müll verantwortlich [Hobby u. a., 2009].

Hier sei auch die Problematik des illegalen Müllexports aus den Industriestaaten in Entwicklungs- und Schwellenländer genannt. Beispielsweise exportieren allein die USA 80% ihres Elektronikschrotts nach China. Durch die stetig steigenden Mengen an diesen problematischen Abfällen der Industriestaaten haben sich mittlerweile globale „Recyclingzentren“ entwickelt, wie beispielsweise manche Landstriche Westafrikas (Z.B. in Nigeria) oder das Gebiet um Guiyu, dem größten Recyclinggebiet dieser Art in China [Ansari u. a., 2010]. Hier werden Altgeräte oft auf primitivste Art und Weise wiederverwertet, um an die vermarktbaren Rohstoffe zu gelangen. Diese Praxis führt zu massiver Umweltverschmutzung und auch Gesundheitsproblemen bei der örtlichen Bevölkerung, da die im Elektronikschrott enthaltenen oft hoch toxischen Inhaltsstoffe ungehindert freigesetzt werden [Tedre u. a., 2009].

Da diese Problematik des Exports gefährlicher Abfälle von den reicheren zu den ärmeren Staaten natürlich nicht nur auf IT-Komponenten beschränkt ist, gibt es schon seit 1994 mit der „Basler Konvention“ ein internationales Vertragswerk, das diese Praxis in den Ländern, die die Konvention ratifiziert haben, illegal macht. In den USA gibt es darüber hinaus das sogenannte „Basel Action Network“, eine Organisation, die sich der Öffentlichkeitsarbeit in diesen Belangen verschrieben hat.

In der Europäischen Union ist für 2014 eine Erweiterung zur WEEE-Direktive (Waste Electrical and Electronic Equipment) geplant, welche den Anteil des einer Wiederverwertung zugeführten Elektronikschrotts nach und nach auf 65% anheben soll – zur Zeit liegt der Wert in der EU bei ungefähr einem Drittel. Außerdem soll der illegale Müllexport stärker als bisher kontrolliert werden [BBC, 2012].

Eine Verringerung der Menge an Elekronikschrott wäre natürlich durch die Verlängerung der Nutzungsdauer (Stichwort „Obszoleszenz“) und eine Erhöhung der Recyclingrate zu ermöglichen. In Zeiten der Verknappung von Rohstoffen (beispielsweise der seltenen Erden) wird gerade zweiteres auch wirtschaftlich immer sinnvoller: es gibt inzwischen eine Anzahl von Firmen, welche sich dem Recycling von E-Waste verschrieben haben. Die Rückgewinnung von Rohstoffen aus den Abfallprodukten der IT-Industrie hat eine Reihe positiver Auswirkungen: die Rohstoffe müssen nicht abgebaut werden – wodurch Schädigungen der Flora und Fauna in den Abbaugebieten vermieden werden – es ist nicht die energetisch aufwändige Verarbeitung von Erzen notwendig und schließlich landet der Müll nicht auf Deponien, wodurch die enthaltenen Giftstoffe keine Möglichkeit haben in die Umwelt zu gelangen [Greiner, 2008].

In diesem Zusammenhang sei auch auf das „Cradle To Cradle“-Konzept verwiesen, welches biologische und technische Nährstoffkreisläufe zur Erreichung abfallfreier Produktionsprozesse propagiert [McDonough und Braungart, 2002].

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