Modulare Smartphones – Hype oder Trend?

Die ersten Berichte vom Poject Ara haben mich etwas ratlos gemacht: Kann das mehr sein als eine geekige Spielerei? Gibt es einen Markt für solche Smartphones? Und löst man damit irgendwelche Probleme?

Nun gibt es aber anscheinend schon mehrere Projekte, die in diese Richtung gehen, wie zum Beispiel das PuzzlePhone oder Vsenn (beides finnische Startups, nebenbei bemerkt). Und die Idee ist natürlich attraktiv, dass man ein Smartphone erweitern, an neue Bedürfnisse anpassen und auch reparieren kann, wenn eine Komponente kaputt wird (was nicht heissen soll, dass man aktuelle Smartphones nicht reparieren kann, nur sind Neugeräte oft billiger als die Reparatur). Und es wäre natürlich ein wichtiger Schritt weg von geplanter Obsoleszenz und hin zu mehr Nachhaltigkeit.

Betrachtet man aber die Preisentwicklung der Smartphones, die Werbebotschaften der Telcos und den Umgang der (vor allem jungen) User mit den Geräten, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Smartphones immer mehr zum Wegwerfprodukt werden. Hier sind Chancen für modulare Geräte wahrscheinlich nur im High-End Segment zu finden.

Im Sinne einer nachhaltigen IT kann man diesen Projekten natürlich nur viel Erfolg wünschen – es bleibt allerdings abzuwarten, ob sich die Idee auch durchsetzen wird.

Mobilgeräte: Beitrag zur Nachhaltigkeit oder Opfer der Obsoleszenz?

Die Informationstechnologie durchläuft seit einiger Zeit eine mobile Revolution. Schon im letzten Jahrzehnt wurden im Privat- sowie im Unternehmensbereich Desktop-PCs immer mehr von Notebooks abgelöst, die früheren Mobiltelefone machten eine sehr sprunghafte Entwicklung Richtung Smartphones durch und Tabletcomputer erreichten seit der Markteinführung des Apple iPad den Massenmarkt.

Die Energieeffizienz spielt bei all diesen Geräten eine große Rolle. Aber nicht Nachhaltigkeit ist das vorrangige Ziel (denn leider ist geplante Obsoleszenz ein besonderes Problem dieser Geräteklasse), sondern eine Verlängerung der Akkulaufzeiten: Da die die Stromversorgung all dieser Mobilgeräte notwendigerweise auf Akkus gestützt ist, wirkt sich eine verminderte Leistungsaufnahme direkt auf die Laufzeit der Geräte aus – und ist damit auch ein primäres Marketingargument: Notebooks und Mobiltelefone lassen sich neben anderen technischen Features auch über die Angaben zur Laufzeit vermarkten.

Fraglich ist, wie weit sich die Steigerung der Energieeffizienz positiv auf die Nachhaltigkeit der IT auswirkt. Einerseits haben diverse Power Management Features Eingang in den PC- und Servermarkt gefunden. Andererseits werden mehr und mehr Tätigkeiten auch auf mobilen Geräten durchgeführt, für die traditioneller Weise ein PC benötigt wurde. Aber gerade die Schnellebigkeit der Mobilgeräte hat auch ihre negativen Auswirkugen im Bezug auf das Elektroschrottaufkommen.